Ich habe gestern wieder gekündigt. Bevor meine eifrigen Leser jetzt gleich umkippen - der erste (und einzige) Arbeitstag war sogar ganz lustig, aber ich kann einfach nicht. Dafür gibts zweierlei Gründe.
1) Ich hatte am Dienstag abend mit Andreas und einigen unserer Geschäftspartner einen netten Abend, tiefgehende Gespräche, eine schlaflose Nacht, schmerzende Beine, einen Rücken, der mich bewegungsunfähig machte und das dumpfe Gefühl in meinem Inneren “ich will nicht mehr angestellt sein”. Ich habe schon zu lange (seit 1 1/2 Jahren zum Teil und seit 3 Monaten ganz) den Duft der Freiheit (Selbständigkeit) geschnuppert. Es war im Grunde für mich ein wahnsinniges Ringen mit mir selbst,(die ganze Geschichte bezüglich Selbstvertrauen, Durchhaltevermögen, Konsequenz, Selbstmotivation, Sicherheit….) aber ich glaube es ist für uns der richtige Weg all unsere Energie in die eigene Firma(en) zu stecken.
Dazu muss ich sagen, dass das ja nicht aus einer Laune heraus passiert ist und nicht von gestern auf heute, aber es ist jetzt einfach so weit. Ich wusste es im Inneren schon länger - nur gibt es das typische Engerl-Teuferl-Spiel (wo der eine auf der linken und der andere auf der rechten Schulter sitzt und jeder flüstert dir was andres zu), das es nicht zulässt sich wirklich zu entscheiden. War nicht leicht, aber es erleichtert
. So werde ich meine Energie in die Dinge stecken die uns in Wahrheit weiterbringen. Als Angestelter ist man immer in der Situation einen Chef zu haben, der von dir möglichst alles und noch mehr herausholen - jedoch gleichzeitig so wenig wie möglich dafür bezahlen möchte.
2) Meinem Rücken geht es derart schlecht, dass ich im Moment Infusionen bekomme und keinen Tag verbringe ohne Schmerztablettenhämmer. Die gestrige Infusion hat erstaunlich schnel eine Wirkung gezeigt, die heutige wieder weniger (dafür hat mir der “super” Arzt gleich meinen Unterarm unschön zerstochen…
). Am Dienstag abend nach der Arbeit (den ganzen Tag stehen…) taten meine Füße so weh dass ich kaum noch gehen konnte. O.k. an das kann man sich natürlich gewöhnen. Aber am nächsten Tag morgens waren meine Füße so angelaufen, dass ich kaum in meine Schuhe kam. Abgesehen davon, dass ich gestern die schlimmsten Kreuzschmerzen der letzten Wochen/Monate hatte. Wenn man Probleme hat sich nach der Dusche ordentlich zu trocknen oder Socken anzuziehen ist das höchst frustrierend. Abgesehen davon sitzen z.B. beim Arzt - wenn ich meine Infusionen bekomme - nur Leute die mindestens doppelt so alt sind wie ich (!).
Irgendwie verrückt, zuerst suche ich einen Job, dann hab ich ihn, und dann kündige ich. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen was da in meinem Kopf so herumgeisterte - aber jetzt bin ich offensichtlich wirklich an der Kreuzung angelangt wo es notwendig war eine Entscheidung zu treffen - die in meinem Fall viel Mut erfordert, aber ich habe einen mutigen Partner an meiner Seite der visionär und motivierend zugleich ist und der es immer wieder schafft mich herauszufordern
So sind wir auch in diesem Fall ein hervorragendes Team!
